Mar
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Konsequent
Rubrik: LESERBRIEFE, Autor: Leserbrief-Redaktion | Kommentieren
Zu: „Ich fühle mich nicht arm“
Ein Leben mit gerademal 200 Euro im Monat, ein Mittagessen aus dem Müllcontainer und ausgetragene Klamotten. Auf den ersten Blick sieht das Leben der 24-jährigen Umweltaktivistin Hanna Poddig nicht gerade glänzend aus. Jedoch lebt sie nach einem Prinzip, das den meisten Menschen in unserer Gesellschaft relativ fremd zu sein scheint: Sie verzichtet auf Konsum und unnütze Gebrauchsgegenstände im Alltag- und das sogar freiwillig. Der eiserne Wille für eine bessere Umwelt ohne Krieg und Atomwaffen unterstreicht nur ihre Konsequenz. Meiner Meinung nach sollte jeder so leben, wie es ihm nach seinen Prinzipien vorschwebt, auch wenn das im zweiten Zug bedeutet, auf etwas verzichten zu können bzw. müssen. Somit akzeptiere ich ihr verhalten im Alltag, allerdings darf sie nicht über die Grenze des Gesetzes hinaushandeln.
Annika Eberwein, Kaufungen
Mar
16
Kampf gegen die Überflussgesellschaft
Rubrik: LESERBRIEFE, Autor: Leserbrief-Redaktion | Kommentieren
(zu: Ich fühle mich nicht arm!)
Essen auf vier Rädern im Hinterhof eines jeden Supermarktes, Kleidung, die man die man niemals ausziehen braucht, weil es keine andere gibt, und eine mietfreie Wohnung ? ein freies Leben ohne Probleme und Verpflichtungen, was kann es Schöneres geben? Träume von Luxus, Reichtum und gesicherter Zukunft mit Eigenheim und Familie sind heutzutage völlig überbewertet! Gucci-Taschen, Dolce-Kleider, Schuhe von Louboutin und Plastikgeld sind von gestern, der neue Luxus heißt ?Abfall für Alle!?. Das It-Girl Nummer 1 ist hierbei Hanna Poddig, sie handelt nach dem Motto ?Wofür Essen kaufen, wenn es doch Müll gibt!?? Durch ihre Individualität klinkt sie sich freiwillig aus dem Sozialwesen aus. Bedenken über ihre Zukunft scheint sie keine zu haben, sie genießt das Leben als unabhängige, umherziehende Abenteurerin in vollen Zügen. Sogar juristisch ist sie unerreichbar, denn der Staat kann einer mittelfreien Frau nichts nehmen ? Freiheit pur! Der einzige Weg, den der Staat nehmen könnte, um sie doch zu bestrafen, wäre, alle Container sicher abzuschließen. Dann hätte Hanna P. die Spitze der Nahrungskette erreicht, denn so einen Aufwand verdiente noch nicht einmal Britney Spears. Aber diese macht sich ja auch unnötige Schwierigkeiten dank Mann und Kindern. Ein perfektes Beispiel für Überfluss! Vielleicht sollten wir nun unsere jetzige Lebensweise noch einmal überdenken!
Polina Schneider und Berit Wenzel, Kassel
Mar
16
Wird der Strom dadurch billiger?
Rubrik: LESERBRIEFE, Autor: Leserbrief-Redaktion | Kommentieren
Mit Interesse habe ich den Beitrag zum Thema Netzübernahmen gelesen. Bürgernahe Fragen werden dort leider nicht angesprochen. Fragen, auf die es aber Antworten geben müsste: Wird der Strom für die Kunden durch die Netzübernahmen billiger? Werden der Service und alles, was dazugehört, besser ? Im Zeichen der finanziellen Engpässe der Kommunen, woher kommt das erforderliche Kapital für den Ankauf der Netze? Sollen die Kaufpreise etwa aus nicht vorhandenen Steuergeldern (Schulden) finanziert werden? Wer profitiert eigentlich von den Netzübernahmen? Werden neue hoch dotierte Stellen geschaffen? In der Vergangenheit waren viele Netze schon einmal im Eigentum von Städten und Gemeinden. Nachdem diese durch Substanzzehrung abgewirtschaftet waren, fehlte das Geld für notwendige Investitionen. Kundenwünsche über den Anschluss eines Elektrogerätes konnten nicht erfüllt werden. Damals wurden diese Anlagen von übergeordneten Unternehmen übernommen und für den Schrott auch noch Geld bezahlt. Durch immense Investitionen wurden die Versorgungsanlagen aufgerüstet. Kundenwünsche konnten wieder erfüllt werden. Gibt es jemanden der diesem politischem Machtgehabe Einhalt gebieten kann? Wäre es nicht viel besser, vom bisherigen Versorger neue Verträge mit besseren Konditionen auszuhandeln ? Man soll die Hoffnung nicht aufgeben.
Manfred Heinzemann, Kassel
Mar
16
Auch in Schulen und Vereinen
Rubrik: LESERBRIEFE, Autor: Leserbrief-Redaktion | Kommentieren
Kirchliche Einrichtungen, allen voran solche der katholischen Kirche, stehen zu Recht im Fokus und am Pranger. Fakt ist Jedoch, dass auch Vertreter freier und staatlicher Schulen sowie Vertreter von Verbänden und Vereinen und vor allem von Jugendeinrichtungen an einen runden Tisch gehören. Überall dort, wo Kinder und Jugendliche vertrauensvoll in Obhut und Betreuung gegeben werden handelt es sich um äußerst sensible Bereiche. Leider scheint es so zu sein, dass man bei der Auswahl der betreuenden Personen, völlig egal, ob haupt- oder ehrenamtlich, nicht immer die nötige Sorgfalt walten lässt. Kindesmissbrauch in jedweder Form ist ein riesiges gesellschaftliches Problem, bei dem der Eindruck entsteht, dass sowohl Bekämpfung als auch Aufklärung nur halbherzig betrieben wird. Leider. Ernst Weiss, Edermünde
Mar
16
Aber der Lehrherr gibt Anweisungen
Rubrik: LESERBRIEFE, Autor: Leserbrief-Redaktion | Kommentieren
Zu: „Viele nicht ausbildungsreif“
Ihr Artikel spricht genau eines der großen Probleme an. Zum Teil hat das Bildungssystem gnadenlos versagt. Junge Menschen werden nicht mehr auf das spätere Berufsleben vorbereitet, sondern mit Spaßfächern und Selbstfindungskursen nahezu überschüttet. Die wirklich wichtigen Fächer wie Mathe, Deutsch und auch Wirtschaftskunde werden vernachlässigt. Auch Fleiß, Betragen, Ordnung und Pünktlichkeit werden nicht mehr vermittelt. Was für den Eintritt ins spätere Berufsleben unabdingbar wäre. Sicherlich ist es wichtig, jungen Menschen auch andere Kompetenzen zu vermitteln, aber der Leitungskurs Kammblasen muss es nun wirklich nicht sein. Auch gibt es Jugendliche, die ihren Namen tanzen können – ob das im Leben wirklich weiterhilft, ist zu bezweifeln. Nun darf man aber nicht die ganze Schuld auf die Schulen schieben, oft gibt es schon im Elternhaus erhebliche Defizite. Jugendliche wachsen oft ohne feste Regeln und Verpflichtungen auf, Eltern bitten ihre Kinder höflichst um selbstverständliche Dinge, im normalen Berufsleben undenkbar, denn der zukünftige Lehrherr bittet nicht, sondern er gibt Anweisungen. Und dort kommen dann die Probleme auf, dass sich viele Jugendliche nichts sagen lassen, weil sie es von zuhause nicht anders kennen. Es macht daher keinen Sinn, seine Kinder zu kleinen Prinzen und Prinzessinnen zu erziehen, denn die Realität sieht nun mal anders aus. Auch sollten Eltern die Berufsziele ihrer Kinder nicht zu hoch stecken, es macht keinen Sinn, seinen Kindern das abzuverlangen, was man selbst nicht erreicht hat. Ein guter Abschluss im Handwerk ist immer noch besser als ein schlechtes Abitur. Auch sollten manche Eltern mehr in die Aus- und Fortbildung ihrer Kinder investieren. Es bringt nichts, seinen Kindern tolle Autos und schicke Einbauküchen zu finanzieren. Für das berufliche Vorwärtskommen ist dies sicherlich nicht zweckdienlich. Junge Leute verlieren so oft den Sinn sich anzustrengen und sich beruflich weiterzubilden, so ist so manche fatale Tendenz zu erkennen: Opa Vorarbeiter, Vater Facharbeiter, Enkel Hilfsarbeiter. Aber es ist nicht alles schlecht, oft sind es Jugendliche, die als hoffnungslose Fälle hingestellt werden, wo viele meinen, das gibt ohnehin nichts. Diese gehen die Sache Ausbildung ganz gezielt an mit einer festen Vorstellung über den zu erlernenden Beruf und eisernem Willen, das machen zu wollen und Hartnäckigkeit beim Bewerben, denn sie kennen es nicht anders, als für ihre Ziele zu kämpfen. Erfahrene Arbeitgeber merken das sofort. An diesen Jugendlichen sollten sich die anderen ein Beispiel nehmen, aber oft kommen Jugendliche mit dem Gesichtsausdruck ?Hunger, Durst und ewig müde? zum Bewerbungsgespräch. Wenn sie denn überhaupt kommen.
Jörg Gastmeyer, Maurer und BEtonbaumeister, Nentershausen-Bauhaus
Mar
16
Supervision ist nichts Okkultes
Rubrik: LESERBRIEFE, Autor: Leserbrief-Redaktion | Kommentieren
Zu den Vorkommnissen im Kaloku-Kindergarten in Rotenburg
Im HNA-Interview ist zu lesen, dass die Vorsitzende des Trägervereins, Frau Claudia Schaubruch, den ehemaligen Leitern der Kaloku-Kindertagesstätte Supervision gegeben hätte. Supervision ist ein Verfahren zur Reflexion des beruflichen Handelns. Es ist keine Instruktion, keine Schulung, kein Training und schon gar nicht Indoktrination. Vielmehr werden die Probleme des Arbeitsalltags gemeinsam erörtert. Dabei geht es um das Wohl der anvertrauten Menschen, um Probleme in der Teamarbeit oder um Fragestellungen der Hierarchie. Seit mehr als 50 Jahren ist Supervision eine Methode zur Unterstützung professioneller Arbeit mit Menschen. Die Ausbildung qualifizierter Supervisorinnen und Supervisoren findet an der Universität Kassel und an seriösen Instituten statt. Sie beruht auf wissenschaftlichen Grundlagen und hat absolut nichts mit esoterischen oder okkulten Praktiken zu tun. Eine wesentliche Voraussetzung für Supervision ist die angemessene Distanz von Supervisoren gegenüber der Organisation. Deshalb darf Supervision nicht durch Vorgesetzte erteilt werden; also auch nicht durch Frau Schaubruch. Im Interesse qualifizierter Supervisionsarbeit für soziale Einrichtungen sollten Supervisonsverträge nur mit ausgebildeten qualifizierten Supervisiorinnen und Supervisoren abgeschlossen werden, die fachlich und menschlich dieser verantwortungsvollen Aufgabe gerecht werden.
Josef Sondermann, Dipl.-Supervisor, Kassel
Mar
16
Das krasse Gegenteil von Seelsorge
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Geistliche, Priester und Mönche werden auch Seelsorger genannt. Wie jedoch Mönche mehrerer Klöster durch sexuellen Missbrauch ihnen anvertrauter Schüler deren Seelen traumatisiert haben, ist das krasse Gegenteil von Seelsorge. Dabei soll es sich auch noch um Mönche der geistlichen Elite,m um Jesuiten, gehandelt haben. Diese Schande ist unvorstellbar. Es ist ein Jammer, dass diese Verbrechen der juristischen Verjährung unterliegen und die Täter nur ihrer geistlichen Ämter enthoben werden, anstatt hinter Schloss und Riegel zu kommen, wo sie nach derartigen Untaten eigentlich hingehörten.
Herbert Braun, Kassel
Mar
16
Also wieder Klientelpolitik
Rubrik: LESERBRIEFE, Autor: Leserbrief-Redaktion | Kommentieren
Die deutsche Wirtschaft verstärkt ihren Druck auf die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für eine große Steuerreform.
Wenn ich das richtig verstehe, nur für Unternehmen also wieder Klientelpolitik. Die gleichen Verbände warnten vor den Gefahren wegen der exorbitanten Staatsverschuldung, zudem fordern sie die Einführung einer einkommensunabhängigen Gesundheitsprämie für die Arbeitnehmer/-innen, die Deckelung der Arbeitgeberbeiträge und eine Entkopplung der Gesundheitskosten vom Lohn.
Also eine Entsolidarisierung der paritätischen Sozialsysteme, das bedeutet noch mehr Belastung für die Arbeitnehmer/-innen. Haben die Bürger/-innen die Wahlversprechen zur Bundestagswahl schon vergessen, z. B. Arbeit muss sich lohnen usw.
Die Bankenkrise und Steuergeschenke haben die öffentlichen Kassen geplündert und jetzt geht es darum, wer die Zeche bezahlt.
Was glauben Sie, wer!
Ludwig Vogt, Kassel